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Bezirksligaausblick
Riedböhringen ist das Maß der Dinge

Schwarzwald-Baar-Kreis

Von Schwarzwälder-Bote, aktualisiert am 02.12.2010 um 13:30

Von Meinrad Kern

Vorjahresaufsteiger VfL Riedböhringen ist mit vier Punkten Vorsprung auf dem "Platz an der Sonne" das Maß aller Dinge zur Winterpause.

Dahinter logieren in engen Abständen der bestplatzierte Aufsteiger aus Tennenbronn (31 Punkte), Vizemeister TürkGücü Bräunlingen (30) sowie die Ex-Landesligisten Löffingen (29) und Überauchen (29). Auch dem FC Dauchingen (28), Neuling FC Königsfeld (27) sowie dem Vorjahresdritten FC Pfaffenweiler (26) werden nach wie vor gute Chancen auf eine Top-Platzierung eingeräumt. Dagegen sieht es für den bereits sechs Punkte vom rettenden Ufer entfernten Vorletzten Kirchen-Hausen und vor allem A2-Meister Saig mit nur sechs Zählern auf der Habenseite schon sehr düster aus, was den Klassenerhalt angeht. Klengen und Kirchen-Hausen sind auf intensiver Trainersuche. u VfL Riedböhringen. Quasi einen "Durchmarsch" an der Tabellenspitze legten die Blumberger Vorstädter hin. Der VfL ist trotz eines nur mäßigen Torverhältnisses von 39:31 nicht nur Herbstmeister, sondern auch ungeschlagen Führender in der Heimbilanz. "Wir sind mit dem bisher Erreichten natürlich sehr zufrieden, völlig überraschend war es für mich aber nicht, denn wir wissen alle, was in der Truppe steckt", zieht VfL-Spielertrainer Björn Andersohn ein positives Resümee. VfL-Macher Jürgen Meister ahnt: "Wir rechnen mit einer sehr engen Meisterschaftsentscheidung." u FV Tennenbronn. Nach holprigem Auftakt in der höheren Liga mit einer gewissen Eingewöhnungsphase mauserte sich der junge Bezirksligarückkehrer mit 48:31 Treffern zur "Torfabrik der Liga". FVT-Coach Georg Schandelmaier resümiert: "Wir haben auch Lehrgeld zahlen müssen, sind aber insgesamt sehr zufrieden. Enorm ist, was die junge Mannschaft für eine Entwicklung durchmacht und welch ein Wille in ihr steckt." u TürkGücü Bräunlingen. TG-Spielertrainer Bora Ikiz haderte "mit einigen personellen Problemchen" beim spieltechnisch wohl versiertesten Team der Liga und sah auch "einige Spiele großzügig verschenkt, weil wir uns blöd angestellt haben". Er bestätigt aber auch: "Es steckt genügend Substanz im Team, um vorne weiter gut mitzumischen." u FC Löffingen. Löffingen hat mit Königsfeld das beste Torverhältnis nicht von ungefähr. Mit Benjamin Gaudig (17 Tore) und dem lange verletzten Andy Weissenberger (10) besitzt man zwei absolute Knipser. "Noch konstantere Spiele, eine flüssigere Verzahnung aller Mannschaftsteile und das Leistungspotenzial auf mehrere Schultern zu verteilen, werden unsere zukünftigen Aufgaben sein", so Neu-Coach Jürgen Feuerstein, der wegen des bescheidenen Starts vorerst mit Rang vier zufrieden sein muss. u SV Überauchen. Während die personell knapp besetzten Brigachtäler auswärts Platz zwei eroberten, kam die Truppe um Bernhard Stern und dem mitkickenden Co-Trainer Jan Hirsch im Heim-Zwischenklassement auf Position sechs, was trotz der besten Abwehr der Liga (22 Gegentore) eben einen absoluten Spitzenplatz kostete. "Wir haben sicher drei bis fünf Punkte unnötig liegen lassen, aber sind nicht unzufrieden mit der Platzierung zur Pause. Unsere Ausgangslage ist keine schlechte", bestätigt Stern. u FC Dauchingen. Die ersten sechs Saisonbegegnungen liefen zu bescheiden, um nach zwischenzeitlicher, acht Spiele dauernder "Vollgasphase" mit sechs Siegen und zwei Remis doch noch "ungefähr dort zu landen, wo wir unser Saisonziel angesetzt haben", sah der zwischen den Pfosten stehende FCD-Spielertrainer Uwe Gleichauf eine mutmachende Aufholjagd seiner Elf. u FC Königsfeld. Aufsteiger FCK stellte in den ersten 17 Spielen die auswärts erfolgreichste Mannschaft (5 Siege/1 Remis/2 Niederlagen). Vorübergehende Aufstellungssorgen, nur drei Heimsiege und die "Bürde des aufgestempelten Geheimfavoriten" forderten ihren Tribut. "Wir liegen im grünen Bereich, wollen die Lernphase vorantreiben und den Spaß am Fußball nicht zu kurz kommen lassen", weiß Coach Patrick Fossé, wie er seine Elf anzupacken hat.

FC Pfaffenweiler. Nach schlechtem Saisonstart konnten die Pfaffenweiler kontinuierlich zulegen, bis am 13. Spieltag sogar Platz eins greifbar nahe schien. Aber ausgerechnet da leistete man sich eine 0:3-Heimschlappe gegen Hüfingen und musste danach noch weitere drei Mal dem Gegner zu drei Punkten gratulieren. Mit einem 5:1 in Klengen gelang der späte Befreiungsschlag, aber die letztjährige Platzierung (3.) liegt noch ein Stück entfernt. Coach Ralf Staege meint: "Auch solche Schwankungen gehören zum Reifeprozess. Klar, wir streben wieder mehr Konstanz an." u FC Bad Dürrheim II. Zuhause konnte die Youngster-Equipe mit neuem Trainer Graziani Mercuri nicht überzeugen (12.), aber auf fremdem Terrain schoben sich die Salinenkicker auf Rang drei vor. Dazu Mercuri: "Die anfängliche Findungsphase hat ein noch besseres Abschneiden verhindert. Wichtig bleibt, dass unser Weg stimmt." u SV Hinterzarten. Nach unbefriedigender, erster Herbsthälfte trennte man sich einvernehmlich von Spielertrainer Zeljko Cosic. Sein Nachfolger wurde sein Vorgänger, denn Frank Hug führte interimsmäßig den "HSV" wieder aus der Abstiegszone. Der neue "Motivator" ist gefunden: Ralf Morath (47), zuletzt nach 15 Breisgau-Trainerjahren in Diensten des A-Ligisten SC Tiengen, soll den Feinschliff im Frühjahr vorantreiben, denn "ein einstelliger Platz bleibt unser Ziel", sagt Manager Oliver Rombach. u FC Klengen. Nach sechs erfreulichen Spieltagen schlichen sich beim FCK aus vielfältigen Gründen Problemzonen ein. Nicht zuletzt fehlten die Aktivposten-Brüderpaare Klemann und Kübeler schmerzlich. 22 Punkte und 36 Gegentore waren der Vereinsführung einfach des Bescheidenen zu viel. Im gegenseitigen Einvernehmen trennte man sich kürzlich von Coach Ovidiu Naidin. Die Suche von Klengens Torhüter Nummer 1 und Vorsitzenden Olaf Münch zusammen mit Manager Volker Baumann nach einem neuen Trainer läuft auf Hochtouren. u FC Hüfingen. Auswärts (13 Punkte) konnten die "Seemühlenkicker" die Erwartungen ausreichend erfüllen,daheim verwöhnte man sein Publikum nicht (8). FCH-Übungsleiter Frank Berrer blickt auf die magerste Torausbeute der Liga (18), immerhin ist die Defensive die fünftbeste der Klasse. "Es besteht für uns noch Luft nach oben. Platz zwölf wäre für uns das Minimum." u FC Unterkirnach. Nach verheißungsvollen Spätsommerspieltagen freute sich der FCU zu früh auf konstante, einstellige Tabellenregionen. Großes Verletzungspech und die zurückkommende Auswärtszahmheit trieben Trainer Richard Dittrich die Sorgenfalten ins Gesicht. Für Dittrich gilt, "gut vorbereitet aus dem Winter kommen, regelmäßig punkten und nichts mit dem Abstieg zu tun bekommen". u FC 08 Villingen U23. Zum wiederholten Male musste die Oberligareserve mit völlig neu formierter Mannschaft und neuem Trainer die Saison beginnen. Das Team tat sich trotz zahlreicher, guter Einzelkönner aus der ersten Mannschaft und aus der A-Jugend schwer mit der mannschaftlichen Geschlossenheit. Trainer Giurgiu Dorel ist unzufrieden: "Der Verein tut alles, alle bemühen sich, aber so etwas muss wachsen, benötigt mehr Zeit. Wir haben uns mehr erwartet. Aber es zählt leider nur der Klassenerhalt." u SG Kirchen-Hausen. Anfängliche Erfolge täuschten über den zu langsamen Lernerfolg in der neu eingeführten Viererkette, die bald wieder aufgegeben wurde, hinweg. Trainer-Routinier Werner Bucher wollte mit seinem Rücktritt wachrütteln, aber Interimscoach Ewald Stihl, der nur kurz einsprang, hatte bisher ähnlich wenig Glück. Ein neuer "starker Mann" an der Seitenlinie wird von SG-Manager Rolf Federle momentan noch fieberhaft gesucht. u SV Saig. Trotz souveränem Aufstieg aus der A-Liga stellte sich im Luftkurort fast nur Frust und Enttäuschung ein. SVS-Coach Andy Binder hatte zu keinem Zeitpunkt auch nur annähernd seine beste Elf zur Verfügung. Dazu kamen auch noch teilweise lustlose, mit neun Platzverweisen gespickte Auftritte, die nur einen Sieg gegen TürkGücü (2:1) und drei Remis zuließen. Binder gibt sich kämpferisch: "Nichts ist unmöglich, auch in Saig stirbt die Hoffnung zuletzt!"

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